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Was bewegt sich in Paris, Prag, Oslo und Madrid?

Prag begrenzt das Fahrradfahren zeitlich in der Altstadt, Madrid führt Fahrverbote ein und Oslo wendet sich gegen parkende Autos. Überblick über "nachhaltige" Mobilitätsmaßnahmen

Prag

"Fahrräder sollten vor allem am Rande der Stadt fahren, in der Natur. Das Zentrum Prags ist aus historischer Sicht nicht für Fahrräder geeignet. Wir haben keine breiten Straßen, wo alle Formen des Verkehrs parallel funktionieren: Straßenbahnen, Busse, Autos, Fußgänger und Radfahrer. Deshalb haben wir beschlossen, dass wir die Sicherheit der Fußgänger im Zentrum garantieren werden", sagt Veronika Blazkova, Sprecherin des Prager Altstadtbezirks. Gerade den vielen Konflikten zwischen Fußgängern und Radfahren soll damit ein Ende gesetzt werden. Dabei ist der Radverkehr noch nicht lange in Prag verankert. Vor 10 Jahren war der Anteil der Radfahrer noch äußerst gering, außerdem gibt es kaum Radinfrastruktur. Immerhin: Die Stadt will das Verbot zeitlich beschränken von zehn bis 17 Uhr. Wer unbedingt mit dem Rad fahren will, heißt es offiziell in Prag, der soll eben vorher oder nachher fahren. Eine eindeutige Aussage den Radverkehr so systematisch in einem Top-Down-Prozess zu unterbinden, anstatt das Fahrrad als integrales Verkehrsmittel der nachhaltigen Mobilität zu verstehen.

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Paris

Mittlerweile hat sich die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo international einen Namen gemacht für ihre Entschlossenheit mit der sie den Verkehr in der französischen Hauptstadt verändern und die Luftverschmutzung begrenzen will. So will sie die Zahl der Fahrradwege verdoppeln mit ca. 1400 Kilometern bis 2020, alle Autos mit Verbrennungsmotoren bis 2030 verbieten. Dabei denkt Hidaoglo Mobilität intermodal. Außerdem sollen Fußgänger an großen Kreuzungen bevorzugt werden und das Metro-System ausgebaut werden. Mehr zu Paris hier.

Oslo

In 2015 wählten die Bewohner von Oslo einen progressiven Stadtrat, der sofort damit begann Autos weitgehend aus der Satdt verbannen zu wollen. Doch die Bewohner gemeinsam mit konservativen Politikern und den Medien protestierten. Die Pläne seien überzogen und zu früh und würden die Oslo zu einer ärmeren Stadt mit weniger Leben machen. Der Stadtrat von Oslo nahm die Kritik an und entschied sich für eine neue Strategie: Anstatt Autos komplett zu verbieten, wandelt man die Parkplätze an Straßen in Fahrradwege oder öffentliche Plätze um. Straße für Straße. Nach dieser Maßnahme will der Osloer Stadtrad nächstes Jahr sich noch mal das Verbot von Autos vornehmen. Mehr zu Oslo hier.

Madrid

In Madrid gibt es einen so genannten Plan A. Plan für Luftqualität und Klimawandel. Denn für einen Plan B ist es zu spät. Das ist die Vision der linksalternativen Stadtverwaltung um Bürgermeisterin Manuela Carmena, die Madrid seit 2015 regiert. Seit wenigen Jahren teilt sich das Zentrum in vier Zonen, in die nur Anwohner fahren dürfen. Ausnahmen können sie anmelden, für Handwerker oder Partygäste zum Beispiel. Die Kameras erfassen die Nummernschilder, wer unerlaubt reinfährt, bekommt einen Strafzettel über 90 Euro. Von Juni an, das sieht der Plan A vor, wird aus den vier Zonen eine einzige. Dann dürfen auch auf Straßen, die derzeit die vier Zonen voneinander trennen, keine Auswärtigen mehr fahren, und das Gebiet wird ausgeweitet. Außerdem will die Stadtverwaltung Sonderzeiten einführen, außerhalb derer nur Hybrid-, Gas-, oder Elektroautos einfahren dürfen. Mehr zu Madrid hier.