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BMVI

27.04.2021

7. Radverkehrskongress - Deutlicher Rückenwind

BICICLI und MOND war 2020 unter den Preisträgern des Nationalen Radverkehrskongresses. Ein Jahr und eine Pandemie später: Laufende Beobachtungen des "Fahrradlands Deutschland".

Andreas Scheuer, Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur, und der für Hamburg gastgebende Erste Bürgermeister Dr. Peter Tschentscher eröffnen gemeinsam den digitalen Nationalen Radverkehrskongress (NRVK 2021), der unter dem Motto „Radverkehr 3.0“ steht. In Zeiten der vierten industriellen Revolution (Industrie 4.0) steht das "3.0" dem Nationalen Radverkehrsplan NRVP 3.0.

Einleitung durch zwei Beispiele: Brüssel & Barcelona

Elke Van den Brandt, Ministerin der Regierung der Region Brüssel-Hauptstadt, zuständig für Mobilität, öffentliches Bauwesen und Straßenverkehrssicherheit stellte in Ihrer Keynote die Entwicklung für die bisherige Auto-Stadt Brüssel vor. Die Bürger*innen wollen ihre Stadt und ihre Straßen zurück und bekommen nun ein Picknick jeden Sonntag im Zentrum der Stadt. Der »Good move – Mobility Plan« dient den 50 »peaceful neighbourhoods« mit Fokus auf Fahrradfahren, Spielstraßen und Grünzonen.

Sílvia Casorrán Martos, Stadträtin für Mobilität und Barrierefreiheit für den Stadtbezirk Sant Martí und Stellvertreterin im Amt des Chefarchitekten, Stadtrat von Barcelona, stellte die Superblocks vor, die gesicherte Umwandlung "from Roads to Green Streets", in denen Kinder und ältere Menschen sich aufhalten können, der lokale Handel sich gut entwickeln kann.

All diese Strategien zeigen immer wieder, dass es Vorbilder, aber keine Blaupausen gibt, da alle Städte eigene Ansprüche, Topographien, historische Infrastrukturen und demographische wie soziodemographische Besonderheiten aufweisen.

Der Nationale Radverkehrsplan 3.0 - Ziele und Zahlen

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Bei der Finanzierung wurden 30 Euro pro Einwohner*in aufgerufen. Aktuelle Statistiken zeigen den Weg.

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Gewinner des Deutschen Fahrradpreises 2021

​​​​Mit dem Deutschen Fahrradpreis werden jährlich durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie der Arbeitsgemeinschaft fußgänger- und fahrradfreundlicher Städte, Gemeinden und Kreise in Nordrhein-Westfalen (AGFS) die innovativsten Projekte des Landes zur Radverkehrsförderung ausgezeichnet. Verliehen wird der "Deutsche Fahrradpreis" für die Kategorien "Infrastruktur", "Service" und "Kommunikation". Zudem werden die "Fahrradfreundlichste Persönlichkeit" und die Gewinner des Foto- und Fahrradkulturwettbewerbs geehrt. Partner des Wettbewerbs sind der Verbund Service und Fahrrad e.V. und der Zweirad-Industrie-Verband e.V. Ausgewählt werden die neun besten Projekte von einer Expertenjury aus den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Gesellschaft und Verbänden.

  • Den ersten Platz in der Kategorie "Infrastruktur" belegt das Projekt "Pop-up-Radwege in Berlin-Friedrichshain-Kreuzberg". Dort wurden über 25 km neue, geschützte Radverkehrsanlagen an Hauptverkehrsstraßen eingerichtet. Laudatorin Christine Fuchs, Vorstand der AGFS lobte die schnelle Umsetzung und die erfolgreiche Zusammenarbeit unterschiedlicher Verwaltungsebenen in Berlin.
  • Platz zwei geht an das Projekt "Fahrradstraßen 2.0 in Münster". In 2020 wurden acht Straßen auf einer Länge von gut 5,5 km zu Hauptstraßen für das Fahrrad umgebaut. Deutschlandweit einzigartig sind die einheitlichen Qualitätsstandards: breite Fahrgassen, eine flächige Roteinfärbung und die Bevorrechtigung der Fahrradstraße an Knotenpunkten.
  • Das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen wurde für "Qualitätsstandards und Musterlösungen für das Radnetz Hessen - Sicher Radfahren für alle" mit dem dritten Platz prämiert. Das Werk unterstützt Planerinnen und Planer dabei, eine attraktive Infrastruktur für den Radverkehr in Hessen zu schaffen. Es werden Pedelecs bzw. Sonderräder berücksichtigt und erstmals Qualitätsanforderungen für ein Radnetz definiert.

  • In der Kategorie Service wurde die Region Hannover mit dem Projekt "Digitalisierung nutzen: GPS-Radverkehrsdaten für eine ganzheitliche Radverkehrsstrategie" mit dem ersten Platz gewürdigt. Laudator Anjes Tjarks, Senator für Verkehr und Mobilitätswende der Freien Hansestadt Hamburg: "Valide Verkehrsdaten können Gemeinden, Städten und Kommunen dabei helfen, ihre Radverkehrsinfrastruktur besser zu planen und im Sinne der Fahrradfahrenden besser zu machen. Das Projekt in Hannover verbindet geschickt das Angenehme mit dem Nützlichen: Mit Hilfe der Fahrrad-App werden anonymisiert digitale Daten zum Fahrverhalten der Radfahrerinnen und Radfahrer erhoben, gleichzeitig werden Anreize zum Fahrradfahren geschaffen, indem Radfahrende belohnt werden. Am Ende profitieren alle: Mit den erhobenen Daten können Radwege anhand ihrer tatsächlichen Nutzung leichter geplant, verbunden und verbessert werden - was wiederum den Radfahrerinnen und Radfahrern zugutekommt. Mich begeistert hier der digitale Ansatz, dass gleichzeitig GPS-Radverkehrsdaten erhoben und auf den gesamten Radverkehr hochgerechnet und analysiert werden, um zielgerichtete Maßnahmen im Radverkehr umzusetzen."
  • Platz zwei geht an Fahrrad & Familie e.V. mit dem Projekt "Proberadeln für Familien mit kleinen Kindern". Hierbei können Familien unterschiedliche Fahrradmodule kostenlos testen, z.B. Fahrradanhänger, Lastenrad, Kindersitz, Lauf- und Kinderrad. Dabei steht die Mobilität der Kinder im Fokus sowie die Beratung der Eltern.
  • Über den dritten Platz darf sich das Projekt "Fahrräder bewegen Bielefeld" freuen. Hierbei werden alte Fahrräder eingesammelt und zusammen mit Bedürftigen, Geflüchteten und Jugendlichen aufgearbeitet. Zudem werden mit einer gemeinnützigen Wohnungsgesellschaft und der AWO spezielle Räder betrieben, die auch beeinträchtigte Menschen wieder fahrradmobil machen.

  • In der Kategorie Kommunikation werden die Kidical Mass Köln mit dem "Aktionswochenende 2020: Platz da für die nächste Generation!" mit dem ersten Platz ausgezeichnet. Dort haben über 22.000 kleine und große Radfahrende in ganz Deutschland für fahrrad- und kinderfreundliche Städte demonstriert. Die Kidical Mass hat die Vision, dass sich Kinder und Jugendliche sicher und selbständig mit dem Fahrrad bewegen können. Laudator Claus Ruhe Madsen, Oberbürgermeister der Universitäts- und Hansestadt Rostock und Vorstandsvorsitzender der Vorstandsvorsitzender der Arbeitsgemeinschaft fahrrad- und fußgängerfreundlicher Kommunen Mecklenburg-Vorpommern e. V. betont, dass Kinder so früh wie möglich in die Mobilitätsentscheidung eingebunden werden müssen. Aktionen wie diese schaffen positive Erlebnisse, machen Spaß und machen die Kinder sichtbar!
  • Das zweitplatzierte Projekt "Rücksicht macht Wege breit!" vom Landkreis und Landvolk Göttingen schafft anhand von Schildern an Wirtschaftswegen ein gegenseitiges Verständnis von Landwirten und Radfahrenden. Die Beschilderung von meist privaten Feldwegen fördert einen freundlichen Umgang miteinander und hilft Konflikte zu vermeiden.
  • Den dritten Platz belegt "Der Berliner Straßencheck - Studie zur subjektiven Sicherheit im Radverkehr". FixMyCity und der Tagesspiegel Berlin haben eine Erhebung zur subjektiven Sicherheit von Radinfrastruktur durchgeführt. In einer Online-Umfrage wurden über 3.000 Infrastrukturvarianten anhand von 3D-Fotos durch 21.000 Teilnehmende bewertet. So stehen erstmals Informationen zur Verfügung, auf welchen Radwegen sich Radfahrende sicher fühlen.

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