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hrohmann pixabay

Radunfall-Statistiken: Mehr Infrastruktur!

Allianz-Studie: Unfallzahl von Radler*innen steigt um 10%. Trend: Kollisionen untereinander nehmen zu. Radwege-Infrastruktur zu langsam für Radboom . Hier mehr.

Alle Studien zu Radunfällen der letzten Jahre zeigen zwei zusammenhängende Trends mit einem Problem: 1. Mehr Radverkehr, 2. mehr Unfälle, 3. unzureichende Infrastruktur.

So kam im vergangenen Jahr kamen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes auf deutschen Straßen 445 Radfahrer ums Leben, davon 89 mit einem Pedelec.

Das Dilemma: Deutschlands Radwege werden mit steigender Beliebtheit von Fahrrad und vor allem dem E-Bike immer voller und gefährlicher. Die Lösung: Ehrliche Zonierung auf der Straße wie den kombinierten Geh- und Radwege - angepasst auf die steigende Nutzung und die erhöhten Durchschnittsgeschwindigkeiten.


Anstieg um 10% seit 2001 mit hohem Eigenanteil

Die Unfallforscher der Allianz-Versicherung haben einen Langzeitvergleich der Unfalldaten vom Statistischen Bundesamts analysiert.

  • Die Zahl der von Radfahrern verursachten Unfälle ist insgesamt von 2001 bis 2018 um zehn Prozent gestiegen: von gut 19.100 auf knapp 21.100.
  • Die Zahl der Unfälle mit zwei beteiligten Radlern ist um 47 Prozent gestiegen: von 3.837 auf 5.648..

Der Zweirad-Industrie-Verband schätzt, dass der Bestand an Fahrrädern und E-Bikes in Deutschland von 2012 bis 2018 von 71 auf 75,5 Millionen gestiegen ist. DIes lässt auch eine höhere Nutzung erwarten.

Auch wenn über Radunfälle insbesondere mit LKW etc. berichtet wird, ist nach Bewertung der Polizei eine Mitverantwortung der Radler oft zu finden: In 2018 waren es über 96.000 Menschen in Deutschland, die Unfälle auf Rädern hatten. Bei fast 60.000 dieser Unfälle sieht die Polizei nach einer dpa-Meldung vom 13.12.2019 „Fehlverhalten der Fahrzeugführer“ – wobei mit Fahrzeugführer in dieser Statistik die Radfahrer gemeint sind. Häufigste Unfallursache mit über 20 Prozent war das Nutzen der falschen Straßenseite.

Analysen: Enge, kombinierte Zonierungen, Lastenräder

Es wird insgesamt im urbanen Raum enger. Für alle Verkehrsbeteiligten. Nun wächst zwar die Einsicht, dass nicht 80 Prozent der Flächen für Autos exklusiv sein können, die in manchen Städten nur noch 30 Prozent der Verkehre ausmachen. Dennoch gerade für Radfahrer*innen ist es eng, und für Fußgänger wird es - auch dank den ungenutzten Sharing-Flotten - immer enger.

Radwege sind zudem meist maximal einspurig nutzbar, also ohne Überholmöglichkeit. Weiterhin sind kombinierte Rad- und Gehwege üblich. Das trennt die Radler von den Autofahrern, produziert aber Konflikte und Unfälle mit Fußgängern und anderen Radfahrern Unterschiedliche Geschwindigkeiten von 15 bis 35 Stundenkilometer erfolgen auf 80 cm Breite.

Nun kommen mit zweispurigen Lastenrädern neue Fahrzeugtypen auf die Straße bzw. eben den Radweg - befeuert von eher zweifelhaften kommunalen Förderprogrammen für Lasten- und Kindertransporträdern im Privatbesitz.

Die Konsequenz: Wir brauchen eine ehrliche Zonierung des rechten Strassenrandes und der Geh- und Radwege, wenn sie nicht auf der Straße sind. Der Vorteil: nicht teuer!