BICICLI Wortmarke

Nachlese Salon #4 Carbon statt Kondition

von Isabell Eberlein

Erster Produkt- und Herstellersalon. Bei tropischen Temperaturen lauschten knapp 40 Teilnehmer den Impulsen der Fixed-Gear-Fahrerin Johanna Jahnke und Erhard Wissler, dem CEO von Lightweight.

Zuerst stieg Johnna Jahnke in den Ring. Die früherer Rugby-Nationalspielerin und Fixed-Gear-Fahrerin aus Hamburg wurde von BICICLI Geschäftsführerin Martha Wanat und dem Publikum mit Fragen gelöchert. Seit sie 17 Jahre alt ist, ernährt sich Johnna vegan und berichtet zunächst wie schwierig das am Anfang war, als man noch nicht im jeden Supermarkt Sojamilch kaufen konnte. So fand sie sich in Situationen wieder, in denen sie drei Wochen bei einer WM-Vorbereitung als Profi-Sportlerin nur Salat essen "durfte", weil man nichts veganes für sie hatte. Dem gegenüber stehen all die guten Situationen, in denen man leckere Pasta bekommt, wenn alle anderen Fleisch essen „müssen“.

Johanna ist Veganerin aus Überzeugung und aus Gründen des Tierschutzes und Tierwohles. Sie ernährt sich ausgewogen und bezieht ihr Gemüse am liebsten aus dem regionalen Bio-Supermarkt und achtet auf Qualität beim Essen. Zusätzlich versorgt sie sich nur mit Vitamin B12. Und ihre Überlebenshelfer bei langen Radfahrten sind Trockenfrüchte, Nüsse und natürlich Powergels. Manchmal braucht es eben eine bessere Planung, wenn sie zum Beispiel beim Transcontinental Race auf 2.400km durch Europa unterwegs ist und sich komplett selbst verpflegen muss, reicht es nicht nur an Tankstellen zu halten. Dann muss es schon ein Supermarkt sein. Johanna erzählt auch, dass der Veganismus ihr sportlich zu Gute kommt und sie weniger unter Muskelkater leidet.

Da sie ja mehr oder weniger spontan zum Radsort kam (zu einem Rennen angemeldet und dann ein Rennrad gekauft) und eine Außenperspektive mitgebracht hat, konnte sie feststellen wie stark der Radsport von Geschlechterungereichkeit geprägt ist. Einerseits werden Frauen im Radrennsport wenig Respekt und Anerkennung entgegen gebracht. Angefangen bei der Konzeption von Rennen gibt es auch weniger Support, Sponsoring und auch keine oder mindere Preisgelder. Doch nach ihrer Meinung helfe es nicht nur zu Jammern, sondern auch aktiv auf die Missstände aufmerksam zu machen. So wie es macht. In Hamburg ist sie nun auch in den Vorstand des BDR (Bund Deutscher Radfahrer) gewählt worden. Herzlichen Dank an Johnna für ihre Impulse!

Danach stellte BICICLI- Shopmanager Florian Schröder Erhard Wissler, Herz, Seele und Geschäftsführer von Lightweight vor. Erhards Erzählungen blieben nicht theoretisch, sondern jede/r konnte die Carbon Laufräder selbst in die Hand nehmen und probieren die Kohlefasern auseinander zu reißen. Erhard erzählte uns von der Beständigkeit und den Vorteilen der Kohlefasern und was seine Carbon Laufräder so einzigartig wertvoll machen. Er ermutigte jede/n mal mit einem Lightweight-Laufradsatz zu fahren und den Unterschied zu spüren. Und das unbedingt vor einem Rennen um den Unterschied einzukalkulieren.

Die Lightweight Carbon Laufräder werden in mühevoller Handarbeit in Friedrichshafen am Bodensee gefertigt. In jedem Laufrad stecken dabei 16 Arbeitsstunden von Facharbeitern und die Laufräder durchlaufen vier Qualitätsprüfungen bevor sie in den Verkauf gehen. Und halten wenn es gut läuft ein Leben lang. Wenn manche Kunden ihre Laufräder zur Lagerinspektion vorbeibringen sind diese nicht selten 15 bis 20 Jahre alt und haben mehr als 100.000 Kilometer hinter sich.

Der Vollblutunternehmer Erhard hat neben Lightweight noch zehn andere Unternehmen aufgebaut und brennt dafür Neues zu entwicklen aber gleichzeitig beständig zu bleiben. So legt er viel Wert darauf ein Familienunternehmen zu führen, in dem alle seine drei Kinder mitarbeiten.

Seine Tochter, Isabell Wissler, war gestern auch dabei und stellte das Lightweight Stadtwandler-Sakko vor. Ein Sakko, das sowohl für den Gebrauch auf dem Fahrrad optimiert ist, als auch perfekt im Büro funktioniert. Das durchdachte Sakko weißt mehrere Besonderheiten auf: So gibt es mehrere Taschen auch eine Rückentasche, das Sakko ist zuknöpfbar, es gibt einen integrierten Reflektor, den man ausklappen kann, einen Windschutz, Daumenschlaufen und eine flexibles Element in Schulterhöhe um für den besten Fahrkomfort zu sorgen. Herzlichen Dank an Erhard und Isabell!

Es war subtropisch warm, obwohl die Klimaanlage ihr Bestes gab und wir Wassermelone zur Abkühlung reichten. Nach Ende der Veranstaltung waren trotzdem alle froh, dass sommerliche Wetter auf dem Bertolt-Brecht-Platz zu genießen. Gleichzeitig feierten wir unsere neuen Nachbarn - die Weinbar Charell. So wurden noch weitere Produktdiskussionen geführt und Sakkos anprobiert und Räder Probe fahren.

Herzlichen Dank an alle, die dabei waren und den Abend durch Fragen, Anregungen und Impulse zu dem gemacht haben, was er war.

Unsere nächsten Salon-Termine sind: 05.07.2018 18 Uhr: Salon #5Fahrrad und Reise

31.07.2018 18 Uhr: Salon #6 Fahrrad und Frauen.

Bis zum nächsten Salon!