BICICLI Wortmarke
neue energie

Neue Ausgabe. Neue Energie. Neue Mobilität.

von Martha Marisa Wanat

BICICLI-Co-Geschäftsführerin Martha Wanat zur Entlastung von Städten durch neue Mobilitätskonzepte für Unternehmen & Stadtentwickler in der aktuellen "neue energie"

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Gut beraten auf zwei Rädern

Daneben gibt es in der Stadt mittlerweile auch ein gut aufgestelltes Händlernetz, das praktisch alle gängigen Lastenradmodelle im Programm hat. Im Bezirk Mitte, unweit des Bahnhofs Friedrichstraße, hat beispielsweise der „BICICLI Cycling Concept Store“ diverse Lastenräder im Angebot. Das Unternehmen beschränkt sich jedoch nicht auf den Verkauf hochwertiger, pedalbetriebener Zwei- und Dreiräder für verschiedene Einsatzzwecke. Nicht ohne Grund enthält der vollständige Firmenname den Untertitel „Cycling Society“.

Was es damit auf sich hat, erklärt Co-Gründerin Martha Marisa Wanat bei einem Cappuccino in einer der gemütlichen Sitzecken des Berliner Concept Stores, der gleichzeitig als Café fungiert. „Der Verkauf von ästhetischen und hochwertigen Fahrrädern ist für uns ein Mittel zum Zweck“, sagt Wanat, die Wirtschaftswissenschaften studiert hat und 2016 nach zweijähriger Vorlaufzeit mit ihrem Firmenpartner Stephan A. Jansen BICICLI gegründet hat. Jansen ist ebenfalls Wirtschaftswissenschaftler und hält neben seinem unternehmerischen Engagement aktuell eine Professur für Management, Innovation und Finance an der Karlshochschule in Karlsruhe.

Was also ist der Zweck, den die Fahrrad-Entrepreneure verfolgen? „Wir machen Mobilitätsberatung“, antwortet Wanat. „Wir beschäftigen uns wissenschaftlich mit dem Thema Mobilität – aus Radfahrersicht.“ Vor diesem Hintergrund berät BICICLI Unternehmen, Behörden, Kommunen und Verkehrsbetriebe mit dem Ziel, Menschen, kleine wie große Unternehmen und ganze Städte aufs Rad zu setzen. Ausgangspunkt für ihre Geschäftsidee war neben der gemeinsamen Liebe zum Rennradfahren die Erkenntnis, dass es in den Städten ein Problem gibt – ein Mobilitätsproblem.

Parallel dazu befinden sich die Fortbewegungsgewohnheiten speziell der jüngeren Großstadtbewohner in einem rapiden Veränderungsprozess. Das wachsende Angebot von Carsharing-Angeboten, der beginnende Wechsel vom Verbrennungs- zum Elektromotor und auch die steigende Popularität von Lastenrädern sind nur einige Ausprägungen dieser Entwicklung. „Die Generation Y ist nicht mehr so am Auto interessiert, zumindest nicht an dessen Besitz“, sagt Wanat.

Auf Mobilität verzichten will kaum jemand, allerdings verbindet die angesprochene Generation Y andere Ansprüche an Fortbewegungsmöglichkeiten speziell im urbanen Raum. „In der Innenstadt, wo es darum geht schnell von A nach B zu kommen, sagen immer mehr: ‚Auto und Stau, nein danke – aber Fahrrad wär‘ super‘“, so Wanat. „Die Arbeitgeber sind deshalb gut beraten, eine Alternative zum Dienstwagen anzubieten.“ Darauf zu regieren, sei ihr Business, wobei das Geschäftsmodell neben der Mobilitätsberatung noch ein weiteres wichtiges Standbein aufweist: die Realisierung betrieblicher Fahrradflotten, deren Management sowie steuerbegünstigte Dienstradangebote für Arbeitnehmer wie auch für Selbstständige.

Die Argumentation gegenüber Firmenkunden ist einleuchtend. Dank steuerlicher Begünstigungen und Leasing-Optionen hätten Arbeitgeber die Möglichkeit, ihren Mitarbeitern eine kostenneutrale, gesunde und nachhaltige Alternative zum Dienstwagen anzubieten. Zudem hätten Studien gezeigt, dass sich das Pendeln mit dem Dienstrad positiv auf wichtige Unternehmensparameter wie Krankheitsfehltage, Gesundheits- und Mobilitätskosten, Mitarbeiterzufriedenheit und nicht zuletzt auch auf das Firmen-Image auswirke, erklärt die BICICLI-Chefin.

Unternehmen aufs Rad gesetzt

„„Wir haben uns gefragt: Warum gibt es Fuhrparkmanagement für Dienstwagenflotten aber bis auf einige Vermittlungsplattformen für Leasing und Einzel-Händler keine professionelle Systemdienstleistung von Dienst- und betrieblichen Radflotten – also Beratung, Beschaffung, Leasing, Wartung vor Ort und Rückgabeoption in einem?“, sagt Wanat. Von dieser Fragestellung ausgehend hätten sie Unternehmen, die Arbeitgeber, als geeignete Multiplikatoren für neue Mobilitätsideen identifiziert. Die Privatwirtschaft müsste das Beispiel geben und in neue Formen der Mobilität investieren. „Das Auto wird noch einige Jahre als Transportmittel funktionieren aber nicht so wie jetzt, sondern im Sharing. Von den Mobilitätskosten her lohnt es sich in Zukunft nicht mehr – zumindest für Städte. Und: Beim Umstieg aufs Rad sparen die Arbeitgeber sogar noch Krankheitskosten“, so Wanat.

Neben herkömmlichen Rädern und E-Bikes haben BICICLI-Flottenkunden auch schon Lastenräder nachgefragt. Deren Potenzial für den Einsatz im urbanen Raum steht für Wanat außer Frage. Das Lastenräder-Förderprogramm der Stadt Berlin begrüßt sie daher ausdrücklich. Je mehr solcher Versuche es gebe, desto besser, so die Einschätzung der Mobilitätsinnovatorin. Der Stadt Düsseldorf habe BICICLI ein ähnliches Programm empfohlen, weil das Lieferaufkommen in der Innenstadt enorm groß sei.

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