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Trend Eurobike 2017 BICICLI

EUROBIKE 2017: Fünf Trends und eine Beobachtung

von Isabell Eberlein

Was bewegt sich für den Radkunden im 201. Jahr des Rades? Elektrisches, Elegantes und Erwärmendes. Der BICICLI-Eurobike-Trendradar für die kommende Radsaison.

Elekrtisiert sind Hersteller und Händler von der E-Bike-Nachfrage der KundInnen. Wo Strom ist, ist Wachstum. Bis Ende des Jahres wird mit 12 Prozent Umsatzsteigerung für E-Bikes gerechnet. Das ist immens, gerade weil gleichzeitig der Fahrradmarkt der gewöhnlichen Fahrräder (von einigen Marktteilnehmern schon »non-electric bikes« genannt) einen Rückgang verzeichnet. Die neuen Konzeptionen und Entwicklungen in der Fahrradbranche finden vor allem bei einem Event ihren Lauf- bzw. Rollsteg: die Eurobike!

Die größte Fahrradmesse der Welt fand letztes Wochenende in Friedrichshafen statt. Wir haben für Sie fünf der vielen Highlights einmal näher beleuchtet:

#1 GSD – Erstes Lastenfaltrad mit Elektroantrieb

Ein Lastenrad, das multifunktional einsatzbar ist und mit E-Motor angetrieben wird. Das GSD von Tern trägt bis zu 180kg und ist dabei so groß wie ein herkömmliches Fahrrad (180cm). Es passt damit in alle Parkmöglichkeiten, die für reguläre Fahrräder ausgelegt sind. Für die unterschiedlichen Nutzungsmöglichkeiten kann das Lastenfaltrad speziell für Transport-, Touring- oder Familienbedürfnisse angepasst werden. Dabei kann das Faltrad auf ein Drittel der Größe komprimiert werden und passt sich Fahrrergrößen zwischen 150cm und 195 cm an. Die beiden Akkus und der Bosch Performance Mittelmotor gewährleisten eine Reichweite von bis zu 250km.

#2 E-GLOVE 2 – Beheizbarer Handschuh sorgt für Fahrkomfort im Winter

Für alle, die das ganze Jahr warme Hände beim Fahrradfahren haben wollen, hat RACER den neuen E-Glove2 rausgebracht. Das Besondere ist, dass ein Mikroprozessor den Heizkreis steuert und so die Temperatur im Handschuh thermoreguliert. Über eine Ladeanzeige wird der Stand der Heiz- und Batteriezeit präzise angezeigt. So überlebt man auf dem Fahrrad auch den nächsten Schneesturm.

#3 Bordo Alarm 6000A – Erstes Schloss mit Alarmanlage

Die Alarmanlage für das Auto gibt es längst. Jetzt adaptiert ABUS das System für das Fahrrad und ergänzt das Bordo mit einem Alarmanlage-Sound. Neben der mechanischen Sicherheit ertönt ein 100dB lauter Alarm, wenn ein Dieb versucht das Fahrrad zu entwenden. So wird der Besitzer gewarnt und er Dieb hoffentlich verschreckt.

#4 Stadtwandler Sakko - Das Sakko fürs Rad und Büro

Herkömmliche Sakkos sind vor allem eins - unbequem auf dem Rad. Der Carbon-Experte mit Handarbeit für Beinarbeit - Lightweight aus Friedrichshafen - hat nun ein Sakko entworfen, das sowohl im Büro, als auch auf dem Weg dorthin auf dem Rad gut funktioniert. Die Features des Sakkos sorgen vor allem für höheren Tragekomfort auf dem Rad und werden für sportliches Fahren angepasst: So kann der untere Teil des Sakkos nach innen geklappt werden und mit Druckknöpfen fixiert werden. Der Kragen wird heruntergeklappt und dient als Windschutz. In den Ärmeln verstecken sich Daumenschlaufen und eingearbeitete Stretchinlays an den Armen und Schultern ermöglichen eine sportliche Fahrposition. Der Trend geht zu multi-funktional! Wir haben es schon getragen und da ist eine Menge Schmäh im Produkt der österreichischen Designerin.

#5 Flectr ZERO - Hohe Lichtwirkung bei minimaler Fläche

Ein aerodynamischer Speichenreflektor mit angenehmer Leuchtwirkung. Knapp so groß wie ein Streichholz fällt dieser Reflektor im Hellen kaum auf und entfaltet seine Wirkung erst im Dunkeln, wenn er auch auffallen soll. Dabei gibt es keinen Luftwiderstand und kein spürbares Gewicht bei 0,7 Gramm. Schlichtes Design und hohes Reflektionsvermögen zeichnen den Flectr ZERO aus ohne Auswirkung auf das Laufrad. Im Vergleich zu herkömmlichen Plastikreflektoren braucht der Flectr Zero nur ca. 10% des Materialaufwands.

Generell waren die Stimmen zur Eurobike positiv, auch wenn die Besucherzahlen im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück gingen.

Und eine Beobachtung: Mehr geistige Beweglichkeit für Messe-Mobilität?

Für viele Aussteller und Besucher war es nach den zahlreichen Kommentaren in Foren und auch beim Branchendienst VeloBiz frustrierend, dass die Stadt Friedrichshafen an den Messetagen und vor allem bei der Abreise in einem Verkehrschaos versunken ist. Messen sind ein Mobiliätsproblem seit jeher. Aber: Für eine Mobilitätsmesse ist das besonders auffällig.

Nun stellt sich die Frage, ob nicht gerade die Messe, die Stadt und die radelnden Aussteller, die häufig mit Lastwagen und Autos anreisen müssen, es nicht doch eine klügere Lösung gemeinsam entwickeln können. Das wäre doch ein Anwendungsfeld für Sharing-Flotten von Rädern und anderen Fahrzeugen sowie den ÖPNV.

Vielleicht sollten wir alle gemeinsam nochmals überlegen, denn es geht nur multi-modal und kooperativ. Genau hier wird das Geheimnis der Mobilitätswende liegen, die gerade die Radbranche beflügelt und Messen zu Kunden machen könnte. Wer eine Idee hat: BICICLI ist dabei!