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17.04.2019

Vier Tage mit dem Gravelbike durch die Alpen zum Gardasee

vom BICICLI-Team

Endlich Frühling! Zeit, um den Urlaub im Sommer zu planen und das Training für längere Touren zu starten. Für die Planung lassen wir uns gerne von anderen Radreisenden inspirieren. Unsere Werkstattleiterin Jenny Andersen war letztes Jahr mit dem Gravelbike in den Alpen unterwegs.

  • Ziel Ort: Gardasee - Gargnano
  • Startpunkt: Freising
  • Wunsch Fortbewegungsmittel: Gravel Bike
  • Zur Verfügung stehende Fahrräder: Single Speed, Fixi, Rennrad
  • Was fehlt: Gravel Bike

Fotoalbum zur Tour auf facebook.

Aus bisherigen Radtouren haben wir gelernt, dass es für die nächste große Tour ein Gravel Bike von Vorteil wäre. Da wir dieses aber noch nicht besaßen musste eine Lösung her. Dank Michael von Sportsnut & Christian von Giant standen uns das Rondo CF2 und ein Liv Brava zur Verfügung.

Ich fand es hier ganz spannend herauszufinden wie sich beide im Vergleich fahren. Beide Bikes sind auf jeden Fall reine Gravelbikes und nicht wirklich dazu gedacht um mit ihnen zu verreisen, da sie weder Aufnahme für Gepäckträger, Frontrack oder zusätzliche Flaschenhalteraufnahmen an der Gabel oder Unterseite oder unter Rohr haben.

Da unsere Tour aber kein halbes Jahr dauern sollte, sondern nur zwei Wochen und es zu dem glücklicherweise sehr warm war, sollte es also mit Satteltaschen, Rahmentasche und Lenkertasche funktionieren.

Mitte August ging es dann also endlich los.

  • Start: Freising
  • 1.Stopp —> Starnberger See
  • 2.Stopp —> Innsbruck
  • 3.Stopp —> Bozen
  • 4.Stopp —> Gardasee - Gargnano

In Freising haben wir Michael von Velosoph besucht und haben mit ihm, Falk und Marc eine Runde gedreht. Es gab eine 140km Runde von Freising nach Neuburg an der Donau und zurück. Auf der Tour haben wir dann auch direkt die ersten Höhenmeter kennengelernt, für uns hier in Berlin ist das ja alles Neuland. Kleine Sorge bevor wir starteten: alle drei Mitfahrer hatten high-end Carbon-Rennräder. Also war das ein guter erst Test. Und ich muss sagen es lief großartig. Wir konnten gut mithalten, bis zum ersten Stopp war auch alles gut, nach der Pause verließen uns einfach die Kräfte. Bergauf waren wir mit der Übersetzung natürlich klar im Vorteil, aber nur von der Übersetzung her. Schneller waren wir natürlich dennoch nicht. Bergab war ab 50 km/h vorbei, dann ging’s nur noch ins Leere treten. Aber einfach nur rollen lassen ging auch gut. Das Liv wurde bergab auch ohne Treten immer schneller und ich konnte die anderen aufholen. Das Rondo ist ein bisschen langsamer. Aber das könnte an den Reifen und deren Profil liegen. Jedenfalls hat die Tour sehr viel Spaß gemacht und danke an die Jungs, dass sie auf dem Nachhauseweg immer wieder auf uns gewartet haben. Da haben uns die Berge (sie nennen es sicher Hügelchen) fertig gemacht.

Tag 1 Am nächsten Tag ging es dann los auf der eigentlichen Route Richtung Gardasee mit einem ersten Stopp in München und danach zur Übernachtung am Starnberger See.

Es ging bis nach München immer an der Isar entlang auf feinsten Schotterwegen. YESSSS alles richtig gemacht. Die Wege waren super und die Natur. Und ich konnte es kaum erwarten die ersten Berge zu sehen.

Am Starnberger See angekommen wehte es uns fast weg und wir haben es knapp vorm Platzregen in die Unterkunft geschafft. Später am See konnte man entfernt die ersten Berge sehen. Und ich bekam etwas Angst, ob ich da überhaupt hochkomme.

Tag 2 Die nächste Route führte uns nach Innsbruck, leider etwas verregnet. Aber bis zum 4. Schauer hatte es gar nicht gestört.

Allerdings kamen hier nun die interessanten Wege. Statt auf der Straße schickte uns Komoot auch wieder auf Schotterwege, die immer steiler wurden. Okeee, challenge accepted. Alles ok. Anstrengend aber ok. Bis zum Höllenpfad. ;) Er ging 10-20 % bergauf und war mit groben Steinsbrocken gespickt und ausgewaschenen Beton, zumindest sah es so aus. Da hätte ich nicht mal lang wandern wollen. Und zack standen wir vor diesem…WEG! Mit „hochfahren“ war da nicht mehr viel. Vielleicht noch mit einem MTB ohne Gepäck. Aber auch nur vielleicht.

So hieß es leider schieben. Das schön bepackte Rad hochschieben! Klasse ! Wer liebt der schiebt, oder wie?

Am Ende des Weges fanden wir einen alten Radcomputer, der scheinbar jemandem abgefallen war. Ein Skelett oder andere Fahrradteile haben wir nicht gefunden. Also scheint der Fahrer es geschafft zu haben. Wieder auf der Straße, nahmen wir uns vor das Navi zu ignorieren, sobald es uns wieder in den Wald schicken will. Wie herrlich entspannt man auf einmal Auffahrten hochdüsen kann nach so einem Geraffel. Das Ganze war aber ganz schnell vergessen, als wir oben angekommen waren und hinunter auf den Walchensee schauen konnten. Wie schön kann ein See sein? Er war so unglaublich Türkis. Die Berge ringsherum, die tiefhängenden Wolken. Wow! Absolut traumhaft. Der Rest der Strecke verlief alles erstmal auf der Straße. Was leider nicht immer entspannt war. Bei teilweise dann doch stärkerem Regen und rasenden Autos auf beiden Spuren, machte es wirklich keinen Spaß Rad zu fahren. Als wir endgültig die Nase voll hatten und wir irgendwie in einem Stück ankommen wollten, hatten wir Glück und konnten über einen Forstweg weiterfahren. Ja so schnell dann doch wieder freiwillig. Bis auf Schotter und kleine Absperrungen und kleinere Anstiege und einen wohl doch größeren Umweg als gewünscht. Es war dennoch angenehmer als jedes Mal zu hoffen, dass jeder Autofahrer der von hinten angerast kommt auch gerade nach vorn schaut.

Die Abfahrt der Route haben wir irgendwie auch verpasst. Die Steine wurden immer gröber und scharfkantiger, vor meinem inneren Auge habe ich schon gesehen wie unsere Reifen aufgeschlitzt wurden. Aber Überraschung! Es ist nichts passiert. Die letzten 10 km bis ins schöne Innsbruck gab’s einen tollen Radweg.

Tag 3 ging es Richtung Bozen. Das erste Drittel war sehr anstrengend, da es einfach nur stur bergauf ging. Von der Haustür aus direkt hoch. Bitteschön, Dankeschön. So hoch, dass wir in den Wolken spazieren fuhren. Aber wann hat man das als Flachländer schon mal? Ziemlich cool also.

Die Sonne kam später. Und zwar genau ab Italien. Und dann ging es eigentlich auch nur noch bergab und das mit richtig viel Sonne auf einem grandiosen Radweg. Da freut man sich seines Lebens über die Aussicht, das Wetter, diesen Radweg und dann sagt das Navi: HALT STOPP! Wieso fährst du auf diesem Radweg? Schau da! Ein kleiner Trampelpfad, den man nicht mit dem bloßen Auge sehen kann, auf dieser wunderschönen Wiese.... FAHRE GEFÄLLIGST DA LANG.

Wir erinnern uns an das letzte Mal. Wir sind auf dem Radweg geblieben.

Was wir nicht wussten war, dass auch dieser Weg zum nächsten fragwürdigen Punkt führte, den sich Komoot ausgedacht hat.

Wir standen wenige Minuten später vor einem Privatgrundstück. Einen anderen Weg gab es weit und breit nicht. Jaaa ok, ein Wanderpfad auf der gegenüberliegenden Wiese in eine falsche Richtung. Kam also wirklich nur dieses Grundstück in Frage.

Also musste nachgesehen werden. An der Garage vorbei ging einen Weg runter zur Straße, auf die wir mussten. Offensichtlich fuhr immer der Besitzer des Hauses dort entlang. Ich fragte mich nur mit welchem Gefährt. Es war sehr steil und sehr steinig. Da war der Moment, in dem ich nicht mehr darauf vertraute, dass die Reifen Gripp behielten und ich hatte Bedenken, dass ich zu hoch saß und sah mich schon Purzelbäume schlagen sah.

Später erfuhr ich, dass die Naviagtion Micheal von Velosoph Freising dort auch schon lang führte und war etwas beruhigt. Hatte schon Bedenken, dass es an mir lag und ich Komoot irgendwie falsch bediene.

Der Rest der Strecke verlief weiter auf dem traumhaften Radweg. Eine schöne Straße geschmückt mit Regenschirmen zwischen den Häusern gab es auch zu bestaunen. Nach einer merkwürdigen Attacke eines Skateboards wussten wir auch das schnelle Ausweichmanöver möglich sind mit den schönen Gravelbikes.

Tag 4 - endlich am See

Die letzte Etappe war tatsächlich unspektakulär. Schön, aber unspektakulär. Genialer Radweg, Berge, Wasser, Weinreben und Apfelplantagen so weit das Auge reicht. Und eine Fatamorgana! Ein Bicicgrill. Tolles Essen, viel Platz für viele Räder. Super gut. Die Berliner Fixed - Mädels SHE36 - girls fixed gear group in berlin & Fahrtwind Berlin haben sich dort auch schon verewigt.

Ein paar Höhenmeter haben wir noch aufgebrummt bekommen. Das Navi dachte sich wohl so: pah, bevor ihr euch langweilt!

Na gut. Wenn man schon mal da ist, dann muss frau wohl alles mitnehmen, was geht. Ansonsten blieb es dann relativ flach, allerdings hatten wir diesen Mal Begleitung vom Gegenwind.

Nach jeder Kurve haben wir den See erhofft aber es dauerte doch noch eine Kurve, doch noch eine 10% Steigung uuuund noch mal um die Kurve & wieder runter und dann war es endlich soweit ... wir sahen ihn!

Was wir nicht wussten. die nächsten 30km bis zum eigentlichen Zielort würden so ziemlich die Hölle werden. Erstmal durch die Tourimeile durch, die nur aus Shoppingbuden und Autos inklusive jeder Menge Staus bestanden.
 Einige Tunnel & Anstiege würzten die letzten Km. In den ellenlangen Tunnels knallten alle an uns vorbei, was vor allem meine zartbesaiteten Ohren nicht gut tat. Es war echt anstrengend und mein Kopf schmerzte. Aber das Ziel entschädigte das wieder. Wir hatten super Gastgeber, die uns direkt ins italienische Leben einführten mit Pizza und einem spritzigen orangefarbenen Getränk.

Die darauflegende Woche beinhaltete viel Eis, Pizza, Nudeln, Feigen vom Baum, Badespaß, das leckere Moratti Bier und natürlich auch weitere zu erradelnde Berge und geniale Aussichten.

Die beiden Bikes machten einfach unheimlich viel Spaß, auch mit Gepäck war alles kein Problem, dennoch haben wir es sehr genossen auch wieder ohne zu fahren.

In der darauffolgenden Woche ging es mit dem schnellen Liv und dem komfortablen Spaß Rondo wieder zurück nach Bozen und dann mit Zug weiter in die Heimat. Die beiden Bikes haben unsere Obhut wieder verlassen und nun sitze ich da, streichel jeden Tag die anderen Rondos im Laden und träume vom nächsten Urlaubsspaß.

Pannen:

  • 1 defektes Tubeless Ventil vor dem Start in Freising
  • 1 Loch im Vorderreifen auf dem Weg zum letzten Bahnhof - zurück nach Berlin